Von Katholiken und Protestanten

Die Geschichte Dirmingens ist eng verbunden mit der Geschichte der beiden vorhandenen Konfessionen. Als einziger Ort in der Gemeinde Eppelborn gibt es in Dirmingen eine evangelische Kirchengemeinde und eine katholische Pfarrgemeinde.Heute Leben Protestanten und Katholiken in Harmonie und Frieden miteinander und gestalten gemeinsam das tägliche Leben. Früher gab es zwischen beiden Konfessionen einen großen Unterschied. Bis zur Hälfte des 14 Jahrhunderts war Dirmingen katholisch und es bestand die St. Katharinen -Bruderschaft und die St. Michael Bruderschaft.Im Jahre 1575 führte der Graf Albrecht von Nassau-Ottweiler die Reformation in Dirmingen ein.Geistliche die die Reformation nicht annahmen mußten sofort das Land verlassen.Der letzte katholische Pfarrer vor der Reformation in Dirmingen war Pfarrer Lux.Während die evangelische Kirchengemeinde seit 1575 ununterbrochen besteht, dauerte es bis zum Jahre 1925 bis wieder eine katholische Pfarrgemeinde errichtet wurde. Die katholischen Bürgerinnen und Bürger hatten nach der Reformation keinen leichten Stand.In Dirmingen durften Katholiken die ortseigene Kirche mitbenutzten. Im Jahre 1774 wurde in Urexweiler eine katholische Kirche erbaut. Die Dirminger Katholiken wurden in diese Gemeinde eingepfarrt. Erst im Jahre 1911 erhielten die Katholischen Bürger in Dirmingen eine eigene Kirche. Die evangelische Kirche wurde im Jahre 1746 ,bis auf den Turm, abgerissen und nach den Plänen des Saarbrücker Architekten Stengel neu aufgebaut. Das Einweihungsdatum im Oktober 1746 dient noch heute als Termin für die jährliche Kirmes. Die katholische Pfarrkirche wurde im zweiten Weltkrieg zerstört. Am 21.Februar 1945 wurde die Kirche der St. Wendalinusgemeinde von Bomben der Alliierten zerstört.Am 17.Dezember 1950 wurde die heutige St. Wendalinus Kirche feierlich eingeweiht. Die evangelische Kirche hingegen wurde im Jahre 1937 erweitert und umgebaut. Obwohl es in den früheren Jahrzehnten ständig zu Spannungen zwischen beiden Konfessionen kam gibt es auch schöne Geschichten. Nach der Zerstörung der ersten katholischen Kirche im zweiten Weltkrieg hatte der damalige evangelische Pfarrer Engel alle Katholiken um ihren Pastor Didas eingeladen die evangelische Kirche mitzubenutzen. Plötzlich war ein Miteinander möglich. Die Nutztung des Dirminger Friedhofes war ebenfalls ein Thema im Konflikt zwischen Protestanten und Katholiken.Es gab eine Zeit in der Katholiken in Urexweiler beigesetzt wurden. In späteren Jahren erhielten die Katholiken einen kleinen Platz auf dem evangelischen Friedhof.Das Thema Friedhof beschäftigte die Menschen viele Jahrzehnte.Heute sind diese Geschichten vergessen und die Menschen beider Konfessionen leben im freundlich miteinander.Beide Gemeinden beteiligen sich aktiv am Dirminger Ortsgeschehen und verfügen über beeindruckende Strukturen. Die evangelische Kirchengemeinde verfügt mit dem alten Jagdschloß der Nassau-Saarbrücken-Familie, über ein weiteres Stengel Gebäude. Dieses Gebäude wurde als Pfarrhaus bekannt.Die katholische Pfarrgemeinde verfügt über ein schönes Pfarrheim mit vielen Räumlichkeiten. Beide Gemeinden sind im Besitz eines Kindergartens. Heute finden regelmäßig ökumenische Gottesdienste statt. Was früher keiner für möglich gehalten hat ist heute normal. In der evangelischen Kirchengemeinde ist Pfarrer Arneth seit über 30 Jahren Seelsorger der Gemeinde. In der katholischen St. Wendalinusgemeinde wurde Pastor Marx im letzten Jahr Nachfolger des Dechant Hirschauer. Heute ist Marx auch Dechant.